Phänomenologie : Die Stellung des Menschen im Kosmos

Die Stellung des Menschen im Kosmos

EUR 12,90


Neuer Ansatz in der philosophischen Anthropologie - Diesem äußerlich unscheinbaren aber geistesgeschichtlich wichtigen Büchlein liegt ein mehrstündiger mündlicher Vortrag zugrunde, den Max Scheler gegen Ende der 1920er-Jahre auf einer Konferenz gehalten hat. Das Vortragsmanuskript wurde dann redaktionell bearbeitet und nur wenige Jahre später (1928/1929) erstmalig als Büchlein herausgegeben, von dem seither mehrere Folgeauflagen erschienen sind.KLASSISCHERWEISE war der Mensch in der Philosophie eigentlich immer (bis auf wenige Ausnahmen) bestimmt worden durch VERNUNFT und FREIHEIT. In der Theologie hingegen war der Mensch immer bestimmt worden als Ebenbild Gottes, allerdings sündig und der Erlösung bedürftig. Dazu kamen in der Frühneuzeit Ansätze, den Menschen mechanistisch als Maschine zu bestimmen.SCHELER erkennt die jeweilige Unzulänglichkeit all dieser Ansätze. Er versucht eine philosophisch-anthropologische Neubestimmung des Wesen des Menschens, welche insbesondere auch die wissenschaftlich-biologischen Erkenntnisse seiner Zeit (1920er-Jahre) berücksichtigen muß. Was bedeutet denn (z.B.) noch unsere menschliche Vernunft, wenn schon Affen imstande sind, sich aus Kisten und Stöcken eine Vorrichtung zu basteln, mit Hilfe derer sie eine hoch oben an der Käfigdecke baumelnde Banane erreichen können?Den alten Gegensatz zwischen Leib und Seele (Physis und Psyche) überwindet Scheler durch Vereinigung: Physis und Psyche sind nur zwei verschiedene Aspekte des gleichen Lebens, vergleichbar den zwei verschiedenen Seiten einer Münze. Allerdings entsteht dadurch auch ein NEUER Gegensatz, nämlich der von DRANG und GEIST. Drang hat schon die Pflanze - er ist der Dampf (Scheler benutzt hier das Sinnbild der Dampfmaschine, welches uns Elektronikern heutzutage nicht mehr so geläufig ist) der alles Leben antreibt. Geist hingegen hat, Scheler zufolge, NUR der Mensch - nichteinmal die schlauen Affen, der Geist wirkt auf uns durch Emotionen und Affekte.Es ist in einer AMAZON-Internet-Rezension nicht genügend Platz um eine ausführlichere Interpretation von Schelers Werk zu schreiben, ausserdem bin ich diesbezüglich auch gar kein Experte. Erwähnt seien daher nur noch ganz kurz die folgenden drei Punkte. (A) Das Verhältnis von Geist und Leben bleibt bei Scheler ähnlich geheimnisvoll wie das Verhältnis von Leib und Seele bei den frühneuzeitlichen Denkern. (B) Das Wesen des Geistes führt direkt in Schelers METAPHYSIK welche nicht das Kernthema dieses Büchleins ist, hierzu sollten Schelers andere Werke konsultiert werden. (C) Einige Aussagen Schelers kommen uns heutigen Menschen recht sonderbar vor, zum Beispiel seine kurze Anmerkung zum Wesen der FRAU.FAZIT: schönes Büchlein, in klarer Sprache geschrieben, und daher auch für Nicht-Philosophen und Jugendliche (Schüler am Gymnasium) nicht allzu schwer zu lesen.Für Fortgeschrittene wäre als Komplementär-Lektüre HEIDEGGERs Werk Sein und Zeit zu empfehlen, welches ungefähr zur gleichen Zeit entstanden ist wie Schelers Stellung des Menschen im Kosmos.




Die Stellung des Menschen im Kosmos