
Hegels Luftschloß - Hegels gesammte Philosophie geht von rein gedanklichen, abstrakten und leeren Begriffen aus, ohne sich in irgendeinem Punkt mit der anschaulichen, empirisch gegebenen Welt zu berühren. Sein System steht gleichsam in der Luft und gibt dem Leser das Gefühl, das Philosophie eine esoterische, hermetische Spezialwissenschaft sei, zu deren Aufnahme und Verständnis nur einige von der Natur auserwählte Adepten befähigt seien.Dem Leser werden ständig Sätze zugemutet, in welche er auch bei wiederholter Lektüre Sinn hineinzubringen sich vergeblich abmühen wird.Ein Beispiel: Die Natur ist die Idee in ihrem Anderssein- Er hätte ebenso gut schreiben können: Die grünkarierte Katze ging um Mitternacht auf dem Dache spazieren- Dies würde genauso viel oder mehr Sinn gemacht haben. Der arme Leser denkt dann es liege an seinem geistigen Unvermögen den verschlungenen und wirren Gedankengängen des Verfassers nicht folgen zu können, denn an diesem kann es ja nicht liegen, er trägt ja einen weltberühmten Namen und gilt als Klassiker der Philosophie. Lieber Leser, lass dich nicht irre machen, wenn ein Buch und ein Kopf zusammen stoßen und es klingt hohl, dann liegt das sehr oft, aber nun einmal nicht immer am Kopf. Davon abgesehen daß der philosophische Gehalt der Hegelschen Schriften einer lauwarmen Wassersuppe gleicht, so ist der Stil in welchem dieselben verfasst sind eine Zumutung, wenn nicht gar eine Unverschämtheit. Hier haben wir tatsächlich schlechtes Deutsch in Reinkultur. Ich kann jedem, der sich ernsthaft für die Philosophie interessiert nur anraten, sich mit den Philosophen zu befassen, welche wirklich etwas mitzutheilen hatten, und die auch dazu in der Lage waren dies auf verständliche und stilistisch ansprechende Weise zu Papier zu bringen. ( Platon, Epikur, Epiktet, Seneca, Marc Aurel, Michel de Montaigne, David Hume, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, Sören Kierkegaard, Friedrich Nietzsche, Edmund Husserl, Ralph Waldo Emerson, Karl Jaspers, Karl Popper )um nur einige wenige zu nennen. Danke fürs Lesen und Adieu. M.Giangiulio
Veraltete und übermüdet - Veraltet und übermüdet stellt das Nachschlagewerk in dem ich nichts auf anhieb finden kann mit allergrößter Mühe zeitbezüge zur Gegenwart den Hegelthesen her.Sicherlich sind die Entwicklungsansätze Hegels zur Ausbildung der persönlichen Personalunion immer noch aktuell, doch sie passen wenig in eine Zeit in der der Mensch zur arbeitenden seelenlosen Masse wird.Mit der Theorie der gleichen Bildung für alle die in den 70zigern propagirt wurde, deren Ergebniss wir heute in vielen Studienabgängern, die alle völlig gleichgeschaltet Maschinenbau oder ähnliches studiert haben bringt schließt das Neupotential der Erfindung fast völlig aus.Wie wollen sie wenn sie z.b Kunst studieren, danach noch anfangen eigene Bilder zu malen, mit 100% Sicherheit kopieren sie etwas bereits geschaffenes. Haben sie dagegen nie ein Bild gesehen und malen einfach darauflos, schaffen sie frei von jeden Einflüssen ware Kunst.Hier tritt auch der konformitätswiederspruch den Hegel mit seiner verordneten Geistesentwicklung betreibt auf.Je mehr wir uns bewegen, desto mehr schließen wir aus.
Schlechte Ausgabe ohne Seitenkonkordanz - Die Voltmedia-Ausgabe von Hegels Phänomenologie des Geistes ist für Studierende oder solche, die sich mit dem Text wissenschaftlich auseinandersetzen wollen/müssen, ausdrücklich NICHT zu empfehlen. Entscheidenster Mangel: dem Buch fehlt eine Seitenkonkordanz, die es mit anderen, in der Sekundärliteratur zitierten, Hegel-Ausgaben vergleichbar machen würde. Das zufällige Durchblättern des Buches auf der Suche nach der entsprechenden Textstelle ist eine Zumutung. So wird die Voltmedia-Ausgabe für wissenschaftliches Arbeiten faktisch unbrauchbar. Für Studierende oder andere wissenschaftlich Arbeitende gilt hier: Hände weg.
Der Kopf oder das Buch? - Wenn ein Buch gegen einen Kopf schlägt und es klingt hohl, dann liegt das wohl eher am Kopf als am Buch. Kaum einem Philosophen ist eine derart verzerrte und entstellte Rezeption zuteil geworden wie Hegel. Als bestes Beispiel kann wohl das Buch von Karl Popper: Die offene Gesellschaft gelten, in welchem man auf engstem Raume die größtmöglichen Fehlinterpretationen bezüglich Hegel nachlesen kann. Man soll doch, bitte schön, Hegel selbst einmal lesen und nicht, nur weil dies schwierig und arbeitssam ist, sich in einem selbstgefälligen Egoismus gefallen und Behauptungen nachplappern, die mal jemand in die Welt gesetzt hat. Hegels Philosophie, allem voran die Phänomenologie des Geistes gehört zu dem Anspruchvollsten, was die Philosophie zu bieten hat und bereichert Jeden, der sich daran vorurteilsfrei abarbeitet. Die philosophische Durchdringung und Auflösekraft Hegels ist bis heute unerreicht.
Eines der schwierigsten und wirkmächtigsten Philosophiewerke - Hegels Phänomenologie des Geistes ist kompliziert. Es ist vielleicht sogar das komplizierteste, unverständlichste Buch der ganzen Philosophiegeschichte. Hegel unternimmt auf etwa 600 Seiten den Versuch, die Erscheinungsweisen des menschlichen Geistes zu untersuchen: von Wahrnehmung über Verstand, Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Vernunft, Geist und Religion bis zum absoluten Wissen, der Philosophie. Hegel vollendete die Schrift in Jena gerade zu jener Zeit, als Napoleon sich anschickte, den Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt eine vernichtende Niederlage beizubringen. Kein Wunder, dass Hegel in Napoleon den Weltgeist zu Pferde vorbeireiten zu sehen meinte. Hegels Werk ist nicht nur - neben Fichtes und Schellings - eine weitere Ausformung des deutschen Idealismus, sondern außerdem eines der bekanntesten und meistkommentierten Werke der Philosophie überhaupt. Vor allem dank des Prinzips der Dialektik: Aus einer Folge von Negationen entwickelt sich der Geist, aber auch die Wirklichkeit zu immer höheren Formen. Dies lässt sich in den kleinsten Erscheinungen der Natur ebenso beobachten wie in der Geschichte der Menschheit. Hegels Ruhm mehrte sich mit seinen Kritikern und Interpreten. Zu den bekanntesten gehört Karl Marx, der einige Elemente von Hegels Systems vom Kopf auf die Füße stellen wollte.